Augusta Bender Schule

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Zur Geschichte unserer Namensgeberin

Am 21. März 1846 wird Augusta Bender in Oberschefflenz als fünftes Kind einer Bauernfamilie in ärmlichen Verhältnissen geboren. Sie verbringt ihre Kinderjahre, Schulzeit und Jugend in diesem kleinen Dorf, das einige Kilometer nordöstlich von Mosbach liegt.

Ihre Kindheit schildert Augusta Bender in ihrer ersten Autobiographie “Auf der Schattenseite des Lebens” (1903) als kärglich. In der Schule ist sie eine Außenseiterin, die sich zunehmend mit Literatur beschäftigt – und darin von der Mutter unterstützt wird. Ein erster Versuch als Siebzehnjährige, eigene Gedichte in einer Mannheimer Tageszeitung unterzubringen, schlägt indes fehl. Dann will sie Schauspielerin werden, gibt dieses Vorhaben aber schnell wieder auf. Als Erzieherin bei einer Lehrerfamilie in Mosbach nutzt sie die Gelegenheit, ihren Bildungshorizont zu erweitern, findet gleichwohl aber nur eine schlecht bezahlte Stelle beim Telegrafenamt in Karlsruhe. Das ist 1864. 1868 schließt sie eine Ausbildung als Privatlehrerin ab, bricht hoffnungsfroh nach England auf – und kehrt bereits nach einem Jahr voller Hunger und Entbehrung enttäuscht zurück.

Fortan lebt Augusta Bender in einfachsten Verhältnissen in Heidelberg, gibt Privatstunden, veröffentlicht das eine oder andere Gedicht, ist Erzieherin und begleitet reisende Ausländerinnen. 1871 plant sie eine Auswanderung in die USA, aber ihre angegriffene Gesundheit macht ihr zunächst einen Strich durch die Rechnung. Um 1873 hält sie Vorträge auf verschiedenen Frauentagen in Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe und bleibt, wie sie selbst schreibt, “ganz so arm wie zuvor”. Ihr Vorhaben, die Neue Welt für sich zu entdecken, glückt schließlich doch: 1891 erhält die mittlerweile 45-jährige sogar eine Stelle als Professorin in Northampton / Massachusetts.

Im Herbst ihres Lebens zieht es Augusta Bender zurück nach Deutschland. Vorübergehend lebt sie in einem Lehrerinnenheim in Lichtental bei Baden-Baden, wo sie Zeit findet, sich überwiegend dem Schreiben zu widmen. Weder ihre Novellen noch ein Roman bringen den erhofften Erfolg, der Umzug in ein Altersheim nach Mosbach ist deshalb auch eine Folge mangelnder finanzieller Mittel. Am 16. September 1924 stirbt Augusta Bender verarmt und von der Welt vergessen.

Augusta Bender hatte die Stirn, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen in einer Zeit, als Frauen üblicherweise in den drei Bereichen Kinder, Küche und Kirche aufgingen bzw. aufzugehen hatten. Sie war anders, sie fiel aus der Rolle – und machte anderen Frauen Mut, gleichfalls aus der Rolle zu fallen. Ihr detaillierter Lebenslauf macht noch heute, in einer globalisierten Welt, gehörigen Eindruck.

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