Schule mal anders – auf spanischen Inseln
Die zweiwöchigen Osterferien an sich sind toll, doch danach kam noch die Steigerung: Es war der Aufenthalt der Jahrgangsstufe 1 des Biotechnologischen und Ernährungswissenschaftlichen Gymnasiums der Augusta-Bender-Schule in Spanien. Im Rahmen des „Erasmus+“- Austauschprogramms der EU zur Förderung allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport und finanziert von der EU konnten die Schülerinnen und Schüler, aufgeteilt in zwei Gruppen, eine lehrreiche und spannende Woche auf Teneriffa und Ibiza verbringen. Begleitet wurde die Gruppe auf Teneriffa von Tim Freudenreich und Alexander Sommer, auf Ibiza waren Kerstin Weber-Böhning und Ulla Smidt, Organisatorin und Erasmus+-Koordinatorin der ABS, dabei.
Die Schülerinnen und Schüler der ABS nahmen am Unterricht zweier spanischer Schulen teil und lernten so nicht nur die Inseln, das Land und die spanische Kultur kennen, sondern tauchten ein in das spanische Schulsystem. Ein großer und für die ABS-ler erstaunlicher Unterschied lag darin, dass der gesamte Schulunterricht am Nachmittag und in den Abendstunden stattfand. Auf Teneriffa nahmen die Schülerinnen und Schüler an der IES Tegueste, eine Schule für Chemieassistenten, an einem Praktikum zum Thema Abwasseranalysen teil und besuchten eine Brauerei. Auf Ibiza besuchte die Gruppe die IES Algarb, eine Schule für pharmazeutisch-technische Assistenten und für Diätassistenten, und hatte ein mikrobiologisches und ein anthropometrisches Praktikum. Die Projekte und ihre thematischen Schwerpunkte sind abgestimmt auf die beteiligten Schulen und wollen zukünftig weitergeführt werden. Da die Schülerinnen und Schüler der ABS in der Oberstufe Spanisch als Fremdsprache gewählt haben, konnten sie durch den Spanienaufenthalt ihre Sprachkenntnisse festigen und vertiefen. Durch die Sprachanwendung in den naturwissenschaftlichen Projekten wurde dieses fachspezifische Vokabular besonders gefördert. Schulleiter Michael Kunzmann sieht in diesem überfachlichen Lernen einen enormen Mehrwert: „Für unser naturwissenschaftliches Profil in der Oberstufe den Bezug zur Praxis herzustellen und gleichzeitig spanische Sprachkenntnisse zu fördern, ist für unsere Schüler und Lehrer eine große Bereicherung.“
Ein Teil der spanischen Schülerinnen und Schüler war bereits im Februar eine Woche an der ABS gewesen zur Erarbeitung des Projekts „My digital pharmacy“. Es gab daher einerseits ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, andererseits ein neues Kennenlernen mit weiteren Spaniern. Das gemeinsame Interesse über den Schulunterricht verbindet, sodass sich schnell ein Gruppengefühl entwickelte, das über den Schulunterricht heraus bestand.
Beide deutschen Gruppen hatten auf ihren Inseln ein gefülltes, abwechslungsreiches und beeindruckendes Rahmenprogramm, das ihnen mehr als nur einen ersten Eindruck der spanischen Kultur und von Land und Leuten bot. Auf Teneriffa gab es an den Vormittagen eine Stadtführung mit Aufenthalten und freier Zeit in wunderschönen Parks, und als Höhepunkt der Besuch des Vulkan Teide, der dritthöchste Inselvulkan der Erde bei La Orotava, der beeindruckte und durch seine pure Naturerscheinung auch einschüchterte. Auf Ibiza erfreute sich die Gruppe am Besuch eines Hippie Markts und besuchte Ses Salines mit einem Naturschutzgebiet mit Vogelparadies und Salzseen. Auch gemeinsame Zeit am Strand zum Entspannen und sogar Schwimmen im Meer blieb ausreichend.
Die Woche war geprägt von Wiedersehen und Neuentdeckungen – alte Freundschaften wurden vertieft und neue Freundschaften entstanden. Der gemeinsame Schulunterricht und die Arbeit an den Projekten vertiefte das biotechnologische Wissen und lieferte wertvolle Erkenntnisse. Für ein großartiges gemeinsames Programm, durch das sie die spanischen Inseln kennenlernen konnten, sind die Schülerinnen und Schüler der ABS ihren spanischen Gastgebern dankbar – und werden noch lange zehren von dieser außergewöhnlichen Schulwoche und der gemeinsamen Zeit.
